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Ein bisschen Geschichtliches


Die Geschichte des Stickens hat eine weit zurück reichende Vergangenheit. Die Chinesen brachten es in ihrer Heimat zu höchster Blüte, es gab vier grosse Schulen und jede junge Frau musste die Kunst des Stickens beherrschen. Die Stickerei erinnert mit Seidenfäden und kurzen Plattstichen an Nadelmalerei.

Auch den alten Indern und den Ägyptern war die Stickerei bekannt. Diese gingen in ihren verzierenden Zeichnungen noch nicht über geometrische Figuren hinaus, wogegen die Assyrer zuerst Tier- und Menschengestalten auf ihren glatt anschließenden Kleidern und Vorhängen zur Darstellung brachten. Von ihnen lernten die Griechen und von diesen die Römer, welche die Stickerei phrygische Arbeit nannten.

Die phrygische Geandverzierung brachte Goldappliken, eine neue Form der Stickerei heraus, die jedoch von den westlichen Völkern in diesem Umfange nicht weitergepfelgt wurde.

Die Stickereien im frühmittelalterlichen Europa wurden häufig kombiniert mit brettchengewebten Borten, die auch häufig schon in den Stoff mit eingewebt wurden. Die meisten überlieferten Stickereien dieser Zeit sind kirchliche Stickereien, Gewänder, Altardecken usw., man spricht hier von Paramentenstickereien. Diese wurde auch in den jungen Klöstern ausgeführt und im Hochmittelalter wurden sogar Stickschulen in den Klöstern betrieben.

Die Angelsächsische Stickerei, zu dem auch der Teppich von Bayeux gehört, bezeichnet einen Höhepunkt der Stickkunst in der Plattstickerei im 11. Jahrhundert und ist ein wichtiges Zeitzeugnis.

Die Angelsächsische Stickerei ist wurde auch ins Hochmittelalter hinein noch auf weltlichen Gewändern angewand, ein wunderschönes Beispiel für italienische Stickerei ist auch der Prunkmantel von Kaiser Heinrich, II. der heilig gesprochen wurde und der Mantel bis ins späte Mittelalter als Berührungsreliquie diente, dann aber restauriert werden musste. Allen Stickereien gemein ist der Plattstich, die Motive variieren.

Bis dahin wurden hauptsächlich Paramentenstickereien in den Klöstern gearbeitet. Die Stickerei in Deutschland gewann im 12./13. Jhdt. an Bedeutung und erreichte ihren Höhepunkt im 14. Jhdt. Im 15. Jahrhundert zeigt sich bereits ein Nachlassen der Exaktheit der technischen Ausführungen, die Motive verlieren an Klarheit und Eleganz. Konturen und Innenzeichnungen sowie Innenmuster, die zuvor gestickt wurden, wurden nun häufig nur noch gezeichnet und verschwinden später ganz. Zum Anfang des 15. Jhd. findet allerdings farbiges Seidengarn verstärkte Verwendung. 



Almosenbeutel, reproduziert eines Originals, ausgestellt im Victoria and Albert Museum, London. Dress and Textiles Department, Frame I-9, Cat. # 8699-1863. Muster entnommen von der Seite a stitch out of time



Obiger Almosenbeutel wurde bestickt mit Seide auf Leinen, die Quasten sind aus Leinen, sowie die Bänder, die in Fingerloop-Technik mit 5 Schlaufen hergestellt wurden. Der Beutel ist handgenäht.





Der obere Almosenbeutel, bestickt mit Seide auf Leinengrund, die Quasten und Bänder aus Schurwolle und in Fingerlooptechnik, ebenfalls ein Muster aus dem 14. Jhdt. Auch dieses Muster wurde von Wymarc entnommen. Das Original enstammt des Halberstadter Doms, war einmal eine Tasche und nun liegt das Fragment im Victoria and Albert Museum, London. Dress and Textiles Department, Frame I-8, Cat. # 7071-1860.


Es wurde aber auch mit Wolle gestickt, wenn es um die Rückverkleidung von Chorgestühlen ging, die hatten noch eine wärmende Funktion. Ausserdem sind Wollstickereien, wie auf den grossen burgundischen Tapisserien, Wirkarbeiten am ähnlichstenm, weswegen sie als Vorläufer zur Wirkerei bezeichnet werden.

An Stichen wurden hauptsächlich der Flachstich, Stielstich, Klosterstich und versetzter Gobelinstich verwendet. Auch waren der, Knopflochstich, Kettenstich, Hexenstich, Gitterstich und Durchbrüche in verschiedenen Varianten.

Charakteristisch für die deutsche Stickerei, besonders im 14. Jhd., ist eine Fülle von verschiedensten geometrischen Innenmustern. Diese dienten dazu, die Stickmotive auszufüllen, und erscheinen so nicht nur als Randverzierungen, sondern auch als Muster in Gewändern, Teppichen, Behängen und Decken im Motiv selbst.

Die meisten Szenen sind biblisch, wenn sich auch andere finden lassen. Wappen, Fabelwesen, Tiere, Blumenranken und schlichte geometrische Formen. Warum meist Paramenten erhalten sind, rührt vielleicht auch daher, das diese liturgischen Textilien besser aufgehoben wurden. Aber auch profane Alltagsgegenstände und Almosen- Reliquienbeutel u. a. profane Paramenten blieben erhalten.

Gestickt wurde fast das ganze Mittelalter hindurch hauptsächlich in Klöstern. Grosse Wandbehänge und Teppiche wurden von mehreren Nonnen auf einmal gestickt, weswegen sie auch eine unterschiedliche Stilrichtung aufweisen. Die künstlerisch aufwendigsten und am schönsten erhaltenen Werke stammen aus niedersächsischen Klöstern.

Belege von runden Stickrahmen gibt es nicht, einfach bildliche Belege von eckigen Rahmen, in die das Leinen grob genäht und so gespannt wurde.

Der Kreuzstich, sehr beliebt in heutiger Zeit der mit den Mustertüchern einherging, gab es im Spätmittelalter noch nicht. Das älteste erhaltene Stickmustertuch ist auf 1502 datiert, fällt also in die Renaissance. Ausserdem ist ein Fürleger aus einem mitteldeutschen Kloster erhalten, der auch in Kreuzstich gestickt wurde.

An dieser Stelle sei noch Blackwork genannt, Schwarzstickerei, wahrscheinlich im arabisch/persischen Raum entwickelt, beschränkte es sich erst auf klare geometrische Muster und florale Elemente, im 15. Jhdt. kamen durch die Besetzung Spaniens durch die Moslems weitere spanische und arabische florale Muster hinzu. Katharina von Aragon brachte ihre Lieblingsstickerei, Blackwork nach England wo es unter
Elisabeth, Königin von England zu einer Blütezeit kam. Zu jener Zeit war es Personen, die nicht mindestens den Stand eines Ritters hatten, verboten, bestickte Kleidung zu tragen.




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